Gynäkologische Gemeinschaftspraxis Jever / Wilhelmshaven Dres. med. Heide Ullrich - Heike Schumacher - Michael Schirmann Christiane Kamps - Angela Kirstges
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An dieser Stelle werden wir in unregelmäßigen Abständen News aus der Medizin und unserem Gesundheitssystem veröffentlichen, die für unsere Patientinnen sicherlich interessant sind.

Für Rückfragen und weitere Erklärungen steht Ihnen das Praxisteam natürlich zur Verfügung !

Januar 2016:

 

Aktuell ist das in Südamerika aufgetretene "Zika-Virus" in aller Munde. Nachfolgend eine Stellungnahme der AG Impfen des Berufsverbands der Frauenärzte (BVF):

 

Die AG Impfen berichtet:
Zikavirus-Infektion – eine neue Bedrohung für Ungeborene
Das Robert Koch Institut hat im Epidemiologischen Bulletin 2/2016  über die Ausbreitung der Zikavirus-Infektion und den Verdacht eines Zusammenhangs mit fetalen Schädigungen bei Infektion Schwangerer berichtet. Das Auswärtige Amt warnt deshalb Schwangere vor Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen. Zu erwarten ist ein erhöhter Beratungsbedarf in frauenärztlichen Praxen.
Das Zikavirus gehört wie u.a. die Erreger des Gelbfiebers, der Japanencephalitis und der FSME in die Gruppe der Flaviviren und wurde erstmalig bei Rhesusaffen im Zika-Wald in Uganda entdeckt, wodurch es seinen Namen erhielt.
Seit dem vergangenen Jahr erreichen uns Berichte aus Brasilien, dass eine Zikavirus-Infektion im ersten Trimenon der Schwangerschaft möglicherweise Fehlentwicklungen des Gehirns in Form der Mikrocephalie bewirken soll, wie es auch von bestimmten anderen Virusinfektionen her, z.B. Röteln oder Cytomegalie, bekannt ist.  Zunehmend kommt es nun aus den Gebieten der Welt, in denen diese Infektion auf dem Vormarsch ist, zu Meldungen von Microcephaliefällen.  Die brasilianischen Behörden berichten unterschiedlichen Quellen zufolge über mehr als 3000 betroffene Neugeborene im Jahr 2015. Obwohl eine endgültige Bestätigung der Kausalität noch aussteht, geht man inzwischen von einem Zusammenhang aus.
Hauptinfektionsregionen sind derzeit Länder in Mittel- und Südamerika. Weitere Länder, in denen in den letzten 9 Monaten Infektionen auftraten, sind der Auflistung des ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) zu entnehmen.

Die Übertragung der Zikaviren erfolgt durch Aedes aegyptii, der Gelbfiebermücke, die in den genannten Gebieten eine zunehmende Verbreitung findet. Eine Mensch zu Mensch-Übertragung ist nicht zu erwarten, außer bei Sexualkontakten zu akut Erkrankten, wie Musso et al. 2015 berichteten. In Deutschland und Mitteleuropa gibt es keinen entsprechenden Vektor, weshalb sich eingeschleppte Fälle nicht weiterverbreiten können. Diagnostisch ist es schwierig, die Infektion gegenüber den auf gleiche Art übertragenen Dengue- oder Chikungunya-Erkrankungen abzugrenzen. Oft verläuft die Infektion bei einer Inkubationszeit von wenigen Tagen symptomlos oder mit nur leichter Symptomatik (leichtes Fieber, Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Konjunktivitis), und die beweisende Diagnostik ist nur durch Laboruntersuchungen zum Virusnachweis möglich.  
Empfehlung zur Beratung
Schwangere sollten keine Reisen in Gebiete mit Zikavirus-Gefährdung unternehmen. Falls eine solche Reise zwingend notwendig und unaufschiebbar ist, stehen keine anderen Präventionsmöglichkeiten
zur Verfügung als ein konsequenter Schutz vor Mückenstichen, der aber niemals vollständige Sicherheit garantieren kann:
 
1. Körperbedeckende lange, möglichst helle Kleidung 2. Anwendung von Repellentien auf allen unbedeckten Hautflächen und ggf. auch auf der Kleidung 3. Verwendung von Moskitonetzen 4. Aufenthalt möglichst in klimatisierten, mückensicheren Räumen
Auch noch nicht schwangere Frauen mit Kinderwunsch sollten bei geplanten Reisen in ZikavirusGebiete vor möglichen Risiken gewarnt werden und für eine sichere Kontrazeption im Umgebungszeitraum der Reise sorgen.  
Die AG Impfen weist in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, Schwangeren grundsätzlich von Reisen in Gefährdungsgebieten abzuraten. Bei dringend erforderlichen  Reisen in Gefährdungsgebiete der Welt müssen neben einem kompletten Basisimpfschutz weitere länderspezifische Reiseimpfungen auch in der Schwangerschaft erfolgen.  
Wieder einmal wird in der jetzigen Gefährdungssituation nach einem Impfstoff gegen ZikavirusInfektionen gerufen. Seine Entwicklung wird sicherlich möglich sein, aber bis zu seinem Einsatz noch Jahre benötigen.   
Es bestätigt sich wieder einmal, dass in Notsituationen neue Impfstoffe dringend gefordert werden, dass Impfstoffe, die aber derzeitig schon verfügbar sind, von vielen Uneinsichtigen für nicht notwendig erachtet werden.  Da liegt noch viel Beratungseinsatz vor uns…  
Autor:
Dr. med. Michael Wojcinski Sprecher der AG Impfen des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.   
Literatur:
1. Epidemiologisches Bulletin 2/2016; Robert-Koch-Institut  
2. Merkblatt für Beschäftigte und Reisende, Zika-Virus-Infektion; Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes  
3. European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC): Rapid Risk Assessment: Zika virus disease epidemic: potential association with microcephaly and Guillain-Barré syndrome; 22.01.2015   
4. Musso D, Roche C, Robin E, Nhan T, Teissier A, Cao-Lormeau VM: Potential sexual transmission of Zika virus. Emerg Infect Dis. 2015 Feb;21(2):359-61. doi: 10.3201/eid2102.141363

November 2015:

 

In den Medien hat es zuletzt viel Aufregung um das Thromboserisiko der "Pillen der 3. und 4. Generation" gegeben.

 

Hier wurde vieles verfälscht dargestellt.

 

Sie als Patientin können sich darauf verlassen: bei uns bekommen Sie eine ausführliche, auf Sie persönlich zugeschnittene Verhütungsberatung incl. einer Risikoanalyse für eine mögliche Thrombose.

 

Bitte setzen Sie Ihre Pille nicht einfach ohne Rücksprache mit uns ab!

 

Wer es genau wissen möchte: hier ein link zu einer Stellungnahme des Berufsverbands der Frauenärzte, wo bereits im Oktober 2014 detailliert auf dieses Problem eingegangen wurde.

 

http://www.bvf.de/frauen_info.php?&artid=475

 

Oktober 2013:

 

Die Aufdeckung einiger kindlicher Chromosomenstörungen in der Frühschwangerschaft ist inzwischen auch mit einer relativ hohen Sicherheit durch die Untersuchung des mütterlichen Blutes möglich - der Test kann die bisiherige Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) sicherlich nicht voll ersetzen, stellt aber eine mögliche Alternative dar:

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